Individuelle Lernförderung

Die Mädchen, welche in der Niefernburg betreut werden, kommen mit den verschiedensten Lernproblematiken zu uns in die Einrichtung, z.B.  LRS, Rechenschwäche, ADHS oder andere Konzentrationsschwächen, Gedächtnisschwächen, Schulleistungsstörungen usw.. Die Meisten zeigen ein problematisches Lernverhalten.

Auf Grund dieser Lernschwierigkeiten und Verhaltensprobleme, besuchten die Mädchen über einen meist längeren Zeitraum die Schule nicht, so dass zu diesen schon vorhandenen Problemen der versäumte Unterricht noch dazu kommt.

Unser Ziel ist es, die Mädchen trotzdem altersadäquat zu beschulen, dafür müssen sie aber schnellstmöglich versäumten Unterrichtsstoff nachholen.

Da sich jedoch diese Lern- und Leistungsstörungen in einer negativen Lernstruktur verfestigt haben, entstehen verschiedenste Blockaden.

Die individuelle Lernförderung in unserer Einrichtung unterstützt nicht nur die Überwindung dieser Schwierigkeiten, sondern hilft den oft bestehenden „Teufelskreis“ aus Misserfolgen und Versagen zu überwinden.

Unsere individuelle Lernförderung ist eine den Schulunterricht ergänzende Form, welche folgende Schwerpunkte beinhaltet:

  • Üben und Festigen des Unterrichtsstoffes
  • Wiederholen
  • Aufarbeiten von Wissenslücken und schulischen Defiziten
  • Erlernen von Arbeitstechniken
  • Bearbeiten von Hausaufgaben
  • Nachbereitung von schulischen Lerninhalten
  • Vorbereitung auf schulische Leistungstests
  • Hilfe beim Überwinden von Blockaden

Durch die enge Kooperation mit dem Lehrerteam wird der Förderbedarf stets aktualisiert und die Ziele angepasst oder verändert.

Weitere Projekte

Im verbindlichen Theaterprojekt haben die Mädchen die Möglichkeit sich spielerisch und mit viel Spaß in neuen Rollen und Sichtweisen auszuprobieren und das „geschaffene Werk“ vor Publikum darzustellen. Im Besonderen geht es sowohl um die Verbesserung der Körperwahrnehmung und der Koordination, als auch andere Sichtweisen und Perspektiven durch Rollenübernahme zu entwickeln und neue Strategien auszuprobieren.

 

Kunsttherapie eröffnet einen neuen Zugang sowohl zur Problematik, als auch zu sich selbst. Durch die visuelle Darstellung mit unterschiedlichen Materialien und den Blick auf das Werk entsteht eine neue Sensibilität und Spiegelung der individuellen Thematik.

Vermittlung von Entspannungstechniken Zur Verringerung von körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung, im Besonderen auf dem Hintergrund der Freiheitsentziehenden Maßnahme (Provokation von Aggression), werden den Mädchen Entspannungsmethoden, sowohl in der Gruppe als auch im Einzelsetting vermittelt. Die Entspannungsreaktion steht im Gegensatz zur Stressreaktion mit dem Ziel Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden zu erleben und die Konzentrationsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit der körperlichen Wahrnehmung zu verbessern. In der Übung lernt das Mädchen seine Gedanken und seinen Körper bewusst zu beeinflussen und stärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit, Selbstkontrolle und Selbstkompetenz

 

Sozialpädagogische Trainingsmaßnahmen können im Einzelsetting und in der Gruppe erbracht werden. Wöchentliche thematische Einzelgespräche (roter Faden) und der Token- / Verstärkerplan ermöglicht es den Mädchen einen Abgleich zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung vorzunehmen und darüber mit den pädagogischen MitarbeiterInnen ins Gespräch zu kommen.

  • Einzelbetreuung und -förderung (Körpergefühl, Umgang mit Nähe und Distanz, Umgang mit Freiheiten, …) bzw. aufbauend auf die Einzelgespräche (Rollenspiel, Foto- und Videoarbeit, …)
  • Begleitete Ausgänge mit anschließender Reflektion der gezeigten Verhaltensweisen und Umgangsformen
  • Einzelbetreuung und Begleitung bei emotionaler Instabilität und gefährdendem Verhalten mit dem Ziel eine Krise und Einweisung in die Kinder- und Jugendpsychiatrie zu vermeiden
  • Erarbeiten und aktualisieren eines individuellen Krisenplans, gemeinsam mit dem Mädchen
  • Klärungsgespräche und Unterstützung der Klientinnen bezogen auf die Umsetzung des internen und externen Beschwerdemanagements
  • Themen aus dem Gruppenkontext werden in den täglichen Reflexionen aufgegriffen und in den Kontext/ Biographie der Mädchen gesetzt und mit ihnen besprochen.
  • Mit den Mädchen werden täglich ihre Verhaltensweisen, ihre Methoden der Alltagsbewältigung und ihre Konfliktlösungsstrategien reflektiert, um ihre emotionalen, sozialen und kognitiven Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Lebensführung zu fördern.
  • Zur Verbesserung der Gruppenfähigkeit wird ein individueller Betreuungsplan/ ein individuelles Betreuungssetting erstellt. Die Mädchen werden zeitweise von der Gruppe getrennt, um Handgreiflichkeiten, sowie Überforderung zu vermeiden.

 

Die Hauswirtschaft bietet den Mädchen die Möglichkeit, Aufgaben in verschiedenen hauswirtschaftlichen Bereichen kennen zu lernen und wichtige Softskills wie z. B. Teamfähigkeit zu üben. Allgemein geht es darum, Dienstleistungen für andere Personen durchzuführen. Im Speziellen werden den Mädchen Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen Kochen, Backen, Nähen, Waschen, Reinigung und Hygiene vermittelt. So hilft die Tätigkeit in der Hauswirtschaft den Mädchen, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren.