Offene Betreuungsangebote (Intensivgruppen)

Das Angebot der Intensivgruppen richtet sich an Mädchen,

  • die in besonders schwierige soziale Lebenslagen geraten sind
  • bei denen die Möglichkeiten der Herkunftsfamilie und des sozialen Umfelds nicht mehr ausreichend waren, um sie zu erziehen
  • für die Beziehungs- und Betreuungsangebote in regulären stationären Wohngruppen  nicht ausreichend sind
  • die ein intensives Betreuungsangebot benötigen, um ihre Persönlichkeit in einem eng strukturierten Tagesablauf und offenen Rahmen entfalten zu können
  • die einen erhöhten Aufmerksamkeitsbedarf haben
  • die sich in einen Gruppenrahmen einordnen können
  • die eine Veränderungsbereitschaft mitbringen

Wir vermitteln erzieherischen Halt und Rückhalt durch transparente Strukturen und eine intensive, individuelle Begleitung der Mädchen.

Inhalt und Umfang der Erziehungsaufgaben orientieren sich am individuellen Bedarf.

Bei uns werden in der Regel sechs Mädchen auf einer Intensivgruppe betreut.

Mädchenzimmer in der Niefernburg

Ziel der Maßnahme soll sein, dass die Mädchen die Möglichkeit erhalten ein sozial adäquates Verhalten zu entwickeln. Sie bekommen Hilfestellung beim Erkennen von evtl. eingeschränkten Interpretationsmuster der Umwelt, eingeschränkter Verhaltensmuster und / oder Fehlinterpretation biografischer Realitäten, die zu Blockaden oder Stagnation in der Entwicklung führen.
Sie werden gefördert ihre Fähigkeiten zu erkennen, Selbstbewusstsein aufzubauen und eigenständige Konfliktlösungen in sämtlichen Bereichen des Alltags zu erlernen.

Generelles Ziel der Maßnahme ist das Erlernen lebenspraktischer Fertigkeiten um den Alltag
selbständig bewältigen zu können. Die Mädchen werden auf eine Form der Verselbständigung oder auf eine Rückführung ins Elternhaus vorbereiten.

Die Mädchen werden in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung unterstützt und begleitet.

Strukturmerkmale des engbegleitenden Alltags sind wiederkehrende Rhythmen, Aufgaben und die Bewältigung von Standardsituationen, wie z. B.:

  • Gestaltung und Erledigung alltäglicher Aufgaben (Aufstehen, persönliche Hygiene, Besorgungen, Nahrungszubereitung, Raum- und Wäschepflege)
  • In der Anfangszeit bzw. bei Bedarf interne Beschulung (bei einer Lehrerin), Beschäftigung in der Hauswirtschaft und im Arbeitsprojekt
  • Regelmäßiger Schulbesuch
  • Erledigung der Hausaufgaben
  • Themenbezogene intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung lt. Hilfeplanung
  • Unterstützung bei einer „sinnvollen“ Freizeitgestaltung
  • Eigenbeschäftigung bzw. intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
  • Auseinandersetzung mit der Peergroup

Ebenso gehören regelmäßige und verbindliche Termine zur Alltaggestaltung:

  • Das Aikido- Fairness- Training
  • Das Erlebnisprojekt
  • Psychologische Begleitung z.B. (Einzel-) Gespräche 
  • Ein intensives sozialpädagogisches Einzelbetreuungsangebot in und außerhalb der Gruppe
  • Pädagogisch/ psychologisch begleitete Elterngespräche
  • Teilnahme an dem individuellen Bedarf zugeschnittenen Projekten des Fachdienstes

Wir fördern generell die Besuche von Eltern und Bezugspersonen zu festgelegten Zeiten.
Regelmäßige persönliche Elterngespräche mit den pädagogischen MitarbeiterInnen sehen wir als wünschenswert an und können durch den zuständigen Psychologen zusätzlich unterstützt werden. Diese sind in der Regel abhängig von der im Hilfeplan getroffenen Zielvereinbarung.
Um authentischer innerhalb des Hilfeprozesses agieren zu können begleiten wir das Mädchen bei einem gemeinsamen Heimbesuch in das Familiensystem / Bezugssystem und ihrem bisherigen Lebensmittelpunkt.

Regelmäßige Besuche des Mädchens zu den Eltern / dem Bezugssystem (Heimfahrten) können vereinbart werden. Der Rhythmus wird individuell vereinbart, ist jedoch nach einer Eingewöhnungsphase max. 14-tägig am Wochenende möglich.

Esszimmer in den Intensivgruppen der Niefernburg