Individuell teilgeschlossene Angebote(PTI)

Das Angebot der Pädagogisch- Therapeutischen- Intensivgruppen (PTI) richtet sich an Mädchen,

  • die in besonders schwierige soziale Lebenslagen geraten sind
  • bei denen die Möglichkeiten der Herkunftsfamilie und des sozialen Umfelds nicht mehr ausreichen, um sie zu erziehen und zu fördern
  • die sich bisher praktizierten Hilfen zur Erziehung entzogen haben und sich aktuell nicht freiwillig auf ein Angebot einlassen können oder wollen
  • die zum einen vor sich selbst geschützt werden müssen, aber auch das Wohl Anderer gefährden
  • die ein besonders intensives Betreuungsangebot und einen eng strukturierten Tagesablauf benötigen
  • die sich in einen Gruppenrahmen einordnen können
  • die eine gewisse Veränderungsbereitschaft mitbringen

Wir vermitteln erzieherischen Halt und Rückhalt durch transparente Strukturen und eine intensive, individuelle Begleitung der Mädchen.

Inhalt und Umfang der Erziehungsaufgaben orientieren sich am individuellen Bedarf der Mädchen.

Bei uns werden in der Regel sechs Mädchen auf einer PTI betreut. Wir haben drei individuell teilgeschlossene Gruppen für Mädchen mit intensivem - pädagogischen Betreuungsbedarf.

Mädchenzimmer in der Niefernburg
Rechtliche Grundlage hierfür ist eine richterliche Genehmigung des Familiengerichts. Ohne richterliche Genehmigung bieten wir keinen Platz in unseren individuell teilgeschlossenen Wohngruppen an.
(vgl.  §§27, 34, 35a, 41 SGB VIII in Verbindung mit 1631 b BGB)

Ziel der Maßnahme soll sein, dass die Mädchen die Möglichkeit erhalten ein sozial adäquates Verhalten zu entwickeln und auf eine offene Form der Hilfegewährung oder eine Rückführung vorbereitet werden. Die Mädchen lernen durch schrittweise Öffnung des Freiheitsentzugs unter Einbeziehung des Gemeinwesens einen adäquaten Umgang mit Freiheiten.
Sie bekommen Hilfestellung beim Erkennen von evtl. eingeschränkten Interpretationsmustern der Umwelt, eingeschränkter Verhaltensmuster und / oder Fehlinterpretation biografischer Realitäten, die zu Blockaden oder Stagnation in der Entwicklung führen.
Sie werden gefördert beim Erlernen lebenspraktischer Fertigkeiten und erhalten Unterstützung beim Entwickeln einer angemessenen und tragfähigen Beziehung zum Herkunftssystem.

Die Mädchen der teilgeschlossenen Wohngruppen besuchen die Schule für Erziehungshilfe der Hohbergschule Bretten, Außenstelle Niefernburg.

Strukturmerkmale des engbegleitenden Alltags sind wiederkehrende Rhythmen, Aufgaben und die Bewältigung von Standardsituationen, wie z. B.:

  • Gestaltung und Erledigung alltäglicher Aufgaben (Aufstehen, persönliche Hygiene, Besorgungen, Nahrungszubereitung, Raum- und Wäschepflege)
  • Regelmäßiger Schulbesuch
  • Erledigung der Hausaufgaben
  • Themenbezogene intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung lt. Hilfeplanung
  • Unterstützung bei einer „sinnvollen“ Freizeitgestaltung
  • Eigenbeschäftigung bzw. intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
  • Auseinandersetzung mit der Peergroup

Ebenso gehören regelmäßige und verbindliche Termine zur Alltagsgestaltung:

  • das Ki- Balance- Conflikt Management
  • das Erlebnisprojekt
  • psychologische Begleitung z.B. (Einzel-) Gespräche 
  • ein intensives sozialpädagogisches Einzelbetreuungsangebot in und außerhalb der Gruppe
  • pädagogisch/ psychologisch begleitete Elterngespräche
  • Teilnahme auf den individuellen Bedarf zugeschnittenen Projekten des Fachdienstes

Die Arbeit mit dem Bezugssystem ist abhängig von der im Hilfeplan getroffenen Zielvereinbarung.
Wir wünschen regelmäßige Kontakte von Eltern und Bezugspersonen, die dann von den pädagogischen MitarbeiterInnen und ggf. der zuständigen Psychologin fachlich begleitet werden können. Anfänglich finden diese in der Einrichtung statt.
Regelmäßige persönliche Elterngespräche (einmal im Monat) sehen wir als Voraussetzung für eine erfolgreiche Hilfe an.
Um authentischer innerhalb des Hilfeprozesses agieren zu können, begleiten wir das Mädchen beim ersten Heimbesuch in das Familiensystem / Bezugssystem und zu ihrem bisherigen Lebensmittelpunkt.

Besuche bzw. Beurlaubungen zu den Eltern / dem Bezugssystem können stattfinden, nachdem das Mädchen sich Ausgang erarbeitet hat und bereits Besuche durch die Angehörigen in der Niefernburg erfolgt sind.
Der Besuchsrhythmus wird individuell im Hilfeplangespräch vereinbart, wobei die Besuche i.d. R. einmal im Monat stattfinden.